Wer das Schützenwesen in Stavenhagen verstehen möchte, blickt am besten auf den Kommers am 11. September 2026. Wir erklären der interessierten Leserschaft gern, den Ablauf dieser geschlossenen Veranstaltung.
Was genau verbirgt sich eigentlich hinter diesem traditionellen Begriff? Das Wort „Kommers“ leitet sich vom lateinischen commercium (cum = „mit/zusammen“ und merx = „Ware“) ab, was ursprünglich den gemeinsamen Austausch bezeichnete. Heute versteht man in der Schützengesellschaft 1884 der Reuterstadt Stavenhagen e.V. darunter eine feierliche, hochoffizielle Festveranstaltung mit abendlichem Zusammenkommen, die festen Regeln folgt.
Der gemeinsame Auftakt begann beim Cafè am Markt auf dem Marktplatz mit anschließendem Festumzug zum Schützenplatz. Die Vereinsmitglieder marschierten gemeinsam mit einer Abordnung der befreundeten Preetzer Schützengilde von 1442 e.V., Vertretern des Kreis- und Landesschützenbundes und Vertretern der Stadt feierlich zur Festhalle auf das Schützengelände. Musikalische Begleitung war durch die Schalmeienkapelle der Freiwilligen Feuerwehr Malchin e.V. gewährleistet.
Auf dem Schützengelände standen zunächst Gedenken und Brauchtum im Mittelpunkt. Beim Totengedenken wurde den verstorbenen Schützenschwestern und Schützenbrüdern gedacht. Im Anschluss wurde der Vogel (ein Holzmodell) zum Baum gebracht und der Vereinsvorsitzende rief den offiziellen Schützenfrieden aus. Erst danach versammelten sich alle Gäste in der Festhalle zum gemeinsamen Stärken bei einer leckeren Gulaschsuppe.
Nach der Begrüßung der Ehrengäste – darunter Vertreter der Stadt, der Kreis- und Landesschützenbund sowie die Abordnung aus Preetz – folgten die Festreden. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der fast 30-jährigen Freundschaft zwischen den Schützen aus Stavenhagen und Preetz. Zudem wurden technische Neuerungen an der Schießanlage gewürdigt und ein Dank an das scheidende Königspaar Max und Julia Burmeister für ihr Königsjahr ausgesprochen.
Ein Höhepunkt des Abends war die Würdigung verdienter Schützenbrüder und Schützenschwestern. Für langjährige Vereinszugehörigkeit sowie besondere schießsportliche Leistungen wurden Urkunden und Anstecknadeln überreicht.
Den unterhaltsamen Abschluss des offiziellen Programms bildete das traditionelle Ehrengericht. Bei dieser beliebten Schützen-Tradition werden kleine Verfehlungen des vergangenen Jahres – wie etwa kleine Patzer bei der Kleiderordnung oder unkorrekte Eintragungen in Meldelisten – mit viel Humor aufgegriffen und geahndet. So wurde auch der sogenannte „Kronenzwischenfall“ (Bericht vom 09.06.2026) verhandelt, woraufhin die Königin nebst Gefolge zu aktiver Unterstützung im nächsten Jahr verurteilt und eine Dekorationskrone überreicht bekam. Dass beim Ehrengericht alle Schützen gleichbehandelt werden, zeigte sich schließlich darin, dass selbst der amtierende König und Ehrenrichter vor den Kader zitiert wurde – sehr zur Freude der anwesenden Gäste.
Der Kommers verbindet ehrendes Gedenken, feierliche Tradition, gelebte Vereinsfreundschaften und geselligen Humor. Er endet immer 22.00 Uhr und bildet damit den perfekten Auftakt am folgenden frühen Morgen für das Stavenhagener Schützenfest vom 12.09.2026.
Die Redaktion bittet die interessierte Leserschaft zur Berichterstattung über das Schützenfest noch um etwas Geduld. Das neue Königspaar wurde jedoch bereits der breiten Öffentlichkeit vorgestellt, im Zeitungsartikel vom Nordkurier unter https://www.nordkurier.de/regional/mecklenburgische-schweiz/ .
Autorin: Schützenschwester A. Bromberg


Schreibe einen Kommentar