Die Reuterstadt Stavenhagen hat sich am Wochenende vom 26. bis 28. Juni 2026 von ihrer strahlendsten und auch heißesten Seite gezeigt. Die Innenstadt, vorrangig der Marktplatz, war pünktlich im feierlichen Festkleid geschmückt. Der Startschuss, professionell ausgeführt durch unsere Böllerschützen Rüdiger Däbel und König Max Burmeister, für die 66. Fritz-Reuter-Festspiele fiel. Ein Wochenende, das trotz extremer hochsommerlicher Temperaturen die Besucher anlockte und ganz im Zeichen von Kultur, Gemeinschaft und starker Vereinspräsenz stand. Mittendrin und natürlich absolut unüberhörbar die Schützengesellschaft 1884 der Reuterstadt Stavenhagen e.V.
Erster Programmpunkt war der Gedenklauf, welcher kurzerhand ein gemütlicher, schattiger Reuter-Spaziergang wurde. Das Thermometer knackte zur Mittagszeit die Extremwerte und brachte die Stadt gehörig ins Schwitzen. Aus Rücksicht auf die Gesundheit aller Beteiligten bewiesen die Organisatoren echtes Fingerspitzengefühl und milderten diesen ab. Stavenhagens Jugend ging voran, die Schulen und Kindergärten beteiligten sich in gewohnter Stärke und Motivation.

Eröffnet wurde dieser Auftakt standesgemäß mit einem ordentlich Wumms. Die Böllerschützen unserer Schützengesellschaft gaben den lautstarken Startschuss und läuteten das Festwochenende offiziell ein. Als aktive Teilnehmer vertraten uns Celina Bromberg und Julius Sommerschuh und bewiesen, dass der Vereinsnachwuchs auch bei tropischen Temperaturen sportliche Leistung erbringen kann.
Die Schützengesellschaft war in diesem Jahr ein festes Element des Kulturprogramms. Bereits am Freitag stand für das Theaterkollektiv Reuter 2.0 unter der Regie von Lutz Trautmann die Generalprobe für die Open-Air-Inszenierung „Ut de Franzosentid – Teil 2“ an. Um die Kulisse des historischen Marktplatzes im Jahr 1813 so authentisch wie möglich zu gestalten, rückte die Böllerkompanie des Vereins an. Mit gut getimten, lautstarken Schwarzpulverschüssen untermalten unsere Schützen die Generalprobe und sorgten für echtes Gänsehaut-Feeling.
Am Freitag- und auch am Samstagabend während der eigentlichen Hauptveranstaltung ließen es die Böllerschützen kräftig krachen. Die Donnerschläge mit Schwarzpulver zogen sich durch die Festspiele und signalisierten der gesamten Reuterstadt: “Es ist Festspielzeit!“ Während der Vorführung schlugen unsere Schützenbrüder jedoch auch mal leisere Töne an. Auf die Zuschauer wurde insofern Rücksicht genommen, dass während dessen lediglich Zündplättchen verwendet wurden. Selbst der Nordkurier berichtet über unsere Beteiligung bei den Reuterfestspielen in einer Ausgabe.
Die extreme Hitzewelle forderte im weiteren Verlauf des Wochenendes dennoch ihren Tribut. Die für Sonntag geplante finale Theateraufführung musste zum Schutz der Darsteller und des Publikums schweren Herzens abgesagt werden. Wer das Stück dennoch sehen möchte, am 8. Juli 2026 gastiert das Kollektiv damit in Mirow.

Ein zentraler Festakt fand am Reuter-Denkmal zur traditionellen Kranzniederlegung am Samstagnachmittag statt. Bei der Zentralen Reuterehrung am Reuter-Denkmal marschierten die amtierende Königin Julia Burmeister und unser Vereinsvorsitzender in Uniform auf. Gemeinsam mit dem Posaunenchor Stavenhagens, den Ehrengästen und Stattvertretern bildeten sie den feierlichen und würdevollen Rahmen für den Festakt.
Nach den offiziellen Pflichten kam die Kür. Neben traditionellen Klängen von Reuters Fritzen und De Plattfoot Klaus wurde nach den Theatervorstellungen auf dem Marktplatz kräftig gefeiert. Die Live-Bands 4FUN und Nimmergut heizten den Gästen ordentlich ein, bis der Markt kochte. Kulturinteressierte feierten zudem das 125-jährige Jubiläum der historischen Museumsuhr im Fritz-Reuter-Literaturmuseum, was mit magischen Lichtern über der Reuterstadt gewürdigt wurde. In den späten Abendstunden war diesein absoluter Publikumsmagnet, da es sich in den Straßen endlich etwas abkühlte.
Die Menschen versammelten sich auf dem Marktplatz, um den Nachthimmel zu bestaunen. Für die atemberaubenden und perfekt choreografierten Lichtershows mit Spezialeffekten waren die Profis von Papyross Feuerwerke verantwortlich, die den Marktplatz und das Reuter-Denkmal in ein magisches Farbenmeer tauchten.
Fazit des Wochenendes, die 66. Fritz-Reuter-Festspiele 2026 haben bewiesen, dass auf die Schützengesellschaft 1884 der Reuterstadt Stavenhagen e.V. Verlass ist – ob als sportliche Repräsentanten, Förderer der Jugend, lautstarke Unterstützung der Kulisse für die Theaterleute oder traditionsbewusste Garde am Denkmal.
Ein riesiges Dankeschön gilt unsererseits allen Organisatoren, den Vereinen und Abiturklassen sowie den unermüdlichen städtischen und freiwilligen Helfern, die dieses superheiße Wochenende zu einem unvergesslichen Kulturerlebnis gemacht haben.
PS: Sogar der prominenteste tierische Einwohner Stavenhagens behielt angesichts der Hitze die Ruhe. Der Storch im Horst über dem Markt blickte gewohnt gelassen, ganz egal ob Feuerwerk oder auch die Böllerschüsse unserer Schützen, auf das bunte Treiben hinab.
Autorin: Schützenschwester A. Bromberg


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